Brettspiel: T.I.M.E Stories

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MataHari
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Brettspiel: T.I.M.E Stories

Beitrag von MataHari » Di 28. Mär 2017, 16:07

Eine kleine Spielevorstellung für die Spielkinder unter den Schnugis. :D:

Dieses Mal geht es um T.I.M.E Stories. Ein... etwas anderes Spiel.
Erdacht von Manuel Rozoy, herausgegeben bei Space Cowboys und deutsch bei Asmodee.
Beim Verlag kostet es ca 45€. (Stand 1.2017), es gibt aber regelmäßig irgendwo sehr günstige Angebote. Und sehr viel gebraucht.
2 - 4 Spieler, ab 12 Jahren, Spieldauer angegeben 90 Minuten.
2016 war es nominiert zum Preis "Kennerspiel des Jahres"

Ich habe die englische Version, die deutsche sieht aber kaum anders aus.
timecover.JPG
timecover.JPG (56.46 KiB) 81 mal betrachtet

Mein erster Kontakt zu dem Spiel war auf der Spielemesse. Es wurde dort sehr groß beworben, jeder schwärmte davon. Ich hatte allerdings zuvor gehört, "das man es nur einmal spielen kann". Das kenne ich schon von Krimispielen oder anderen Rätselspielen.
Nein, sagten dann Leute, man spielt es mehrmals. Weil man ja sein Spiel optimiert.
Das fand ich dann dämlich. Einmal spielen, ok. Dann hat man am Schluß irgendeine Lösung und weiß die von da an.
Aber warum soll ich das Spiel dann nochmal spielen? Ich kenne doch den Ausgang und muss nicht mehr rätseln. Fand ich doof.

Jetzt habe ich es aber doch zuhause und gespielt. Und kann sagen - was mir erzählt wurde stimmt. Aber anders, als ich dachte. Anders, als es sich anhört.
Und das Spiel ist toll. :gg:

Kennerspiel des Jahres?

Normalerweise ist ein Spiel, was für diesen Preis in Frage kommt, eher etwas für häufige Spieler. Also entweder sehr komplex oder taktisch, mit viel Kram und ewig langer Anleitung. Das trifft auf dieses hier absolut nicht zu!
Es ist allerdings "exotisch" im Vergleich zu den Mainstream-Spielen wie Mensch-Ärgere-Dich-Nicht und Co. Aber auch im Vergleich zu fast allen anderen. Vielleicht glaubt die Jury einfach, wer nicht häufig spielt traut sich nichts Neues zu.


Das ist in der Box
timeinnen.JPG

Für wen ist das Spiel etwas?

Für ganz viele Leute. Krimifans. Leute, die spannende Geschichten mögen. Rollenspieler. Leute, die gerne Rätsel lösen und Leute, die gerne in der Gruppe etwas machen. Gemeinsam. Sich absprechen. Denn dieses Spiel spielt man gemeinsam, gewinnt oder verliert gemeinsam.
Man muss lesen können, ansonsten ist das Alter eigentlich egal.

Was spielt man denn überhaupt?

Man spielt eine Gruppe aus der Zukunft,die sich um Probleme in der Vergangenheit kümmert. Zeitreise und Anomalien und so.
Jede Geschichte (im Grundspiel ist nur eine aber es gibt viele Erweiterungen zu kaufen) ist eine bestimmte Situation in der Vergangenheit. Die Idee dahinter ist, das die Zeitreisenden aus der Zukunft in Personen der Zeit der Geschichte geschickt werden und als die dann irgendwelche Probleme und Rätsel lösen muss.
Die Geschichte in der Startbox spielt in einem alten Asylum, also einer Irrenanstalt.
Jeder Spieler übernimmt eine Person. Natürlich einen Patienten. Und hat für die eine kleine (und seeeehr merkwürdige) Beschreibung und Rahmenwerte, wie kräftig oder geschickt man ist.
Es ist kein Rollenspiel, keine Sorge.

timeganz.JPG

Die Geschichte läuft, bis die Zeit zuende ist, also ein Spielstein das Ende der Zeitleiste (das dunkle in der Mitte) erreicht hat. Zeit wird ausgegeben für so ziemlich alles, was man macht. Wenn man dann noch nicht am Ziel ist, fängt man wieder von vorne an.
Ja, genau das ist es, was mir mit "optimieren" erklärt wurde. Wenn man einmal das Ziel erreicht hat, spielt man nicht mehr neu. Also gibt es eigentlich nur verschiedene Anläufe, um alle möglichen Wege zu testen. Es gibt Irrwege, völlig unnütze Dinge... das merkt man dann dummerweise erst, nachdem man haufenweise Zeit darauf verschwendet hat. Und dieses "neu starten" ist sogar in die Geschichte eingebaut.

Die Geschichte ist schlicht ein hoher Stapel Karten. Und sie erklärt alles, was man wissen muss. Einiges wird vorgelesen, einiges darf nur derjenige sehen, der genau dort ist. Aber man darf es telepatisch erzählen, jedoch nicht vorlesen. Das ist teilweise ganz lustig, wenn man versucht irgendwelche kryptischen Zeichen auf Zetteln zu beschreiben.

In diesem ersten Fall erzählt die Geschichte, dass wir uns in einem Irrenhaus befinden. Oben links ist der Plan abgebildet, mit den Räumen, die man durchsuchen kann. Die Gruppe geht immer gemeinsam, woanders hin zu gehen kostet Zeit.
Für jeden Raum, oder "Standort", zu dem man kann, gibt es passende Karten. Unten zu sehen. Hier mal etwas dichter.

timedetail.JPG

Die erste Karte ist die Beschreibung und wird vorgelesen. Die anderen bilden schick ab, was man sieht. In diesem Fall den Aufenthaltsraum. Im Zug entscheidet dann jeder, was genau - also welche Karte - er genauer sehen möchte. Am besten diskutiert man das gemeinsam. Jedes Verschieben und Herumlaufen später kostet wieder Zeit.
Die Figuren darüber zeigen, wo die Spieler hingehen wollen.

Dann darf sich jeder die Kartenrückseite ansehen, an der er steht. Und durch die ganzen Hinweise entspannt sich die Geschichte. Manchmal muss man würfeln (ist man geschickt genug, dem Wächter den Schlüssel zu klauen?). Oder man kämpft.

Regeln für generelle Dinge (wann muss ich Zeit ausgeben, wie würfel ich...) stehen im überschaubaren Regelheft. Alle Infos zu der Geschichte sind rein auf den Karten.

Das ist schon alles. Die Geschichten sind sehr abwechslungsreich und führen durch verschiedene Zeiten. Die Rätsel sind unterschiedlich und oft hat man zwischendurch Aha-Effekte (und rauft sich die Haare, dass man in doofe Fallen tappt).

Wenn die Zeit um ist weiß man zumindest, welcher Weg dumm war. Das man zuerst den Schlüssel holen und dann erst zum Tor gehen sollte, wer nur Ärger macht und wo man lieber nicht alleine hin geht. Dann fängt man noch einmal an (das muss nicht am gleichen Tag sein, es gibt sogar Beschriebene Hilfen, wie man das Spiel zwischendurch "speichert"). Man spricht sich ab "Ok, wenn wir dieses Mal ZUERST den Pömpel holen, dann müssen wir hinterher aber schnell in die Küche". Oder so.

Ja, das Spiel lebt wirklich von der Geschichte und den Rätseln.
Versucht es! Vielleicht hat ein Bekannter das Spiel und leiht es euch aus? (Also... ich hätte hier eine englische Variante...) Dann müsst ihr es nicht gleich kaufen. Die Erweiterungen (also weitere Geschichten) gibt es sehr günstig gebraucht. Weil man es halt nur einmal bis zum Ende spielen kann.

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Re: Brettspiel: T.I.M.E Stories

Beitrag von keltoi » Di 28. Mär 2017, 18:21

Woow, das klingt total klasse, allerdings glaub ich nicht, dass ich hier viele Mitspieler finde...
Außer unserer Midgard-Truppe, aber so selten, wie wir es auf die Reihe kriegen, mal Midgard zu spielen, wollen wir unsere kostbaren Abende natürlich nicht mit anderen Spielen verbringen - außerdem sind wir 5 Leute. Aber wenn mal einer wegen Krankheit ausfällt oder so...? Mal sehen, klingt jedenfalls super klasse!
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Re: Brettspiel: T.I.M.E Stories

Beitrag von Silberweide » Sa 1. Apr 2017, 00:17

Das klingt sehr sehr gut. Ich denke, dass darf bei uns einziehen! :gg:
Vielen Dank für den Tipp und die anschauliche Spielerfahrung. :inlove:

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