Brettspiel: Rock'n'Rodeo

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MataHari
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Brettspiel: Rock'n'Rodeo

Beitrag von MataHari » Fr 20. Jan 2017, 11:43

Eine kleine Spielevorstellung für die Spielkinder unter den Schnugis. :D:

Dieses Mal geht es um Rock'n'Rodeo. Eher ein Nieschen-Spiel.
Erdacht von Matthias Stark und gezeichnet von Benedikt Rietzel, vertrieben 2014 vom Mantikore-Verlag.
Beim Verlag kostet es ca 35€. (Stand 1.2017)
2 - 4 Spieler, ab 14 Jahren (etwas komplexer und wegen dem Thema), Spieldauer angegeben 90 Minuten.

Das Spiel ist in einem Crowdfunding bei Startnext veröffentlicht worden. Ist aber jetzt auch ganz normal zu kaufen.
Crowdfunding (über Plattformen wie Kickstarter oder Startnext) bedeutet, Die "Crowd" also die "normale Menschenmenge" bezahlt für eine Sache, um sie überhaupt zu realisieren. Bei einem Spiel sagt zum Beispiel jemand "Ich möchte das hier gerne machen, nur fehlt mir das Geld". Dann können alle anderen entscheiden, ob sie das gut finden und vielleicht schon mal Geld im Vorraus zahlen, weil sie es eben gut finden und/oder haben wollen.
Ab einem vorher festgelegten Betrag heißt es dann "Ok, es klappt" und das Spiel wird gemacht. Wenn es fertig ist bekommen die Leute, die vorher gezahlt haben, das Spiel. Kommt der Betrag innerhalb einer bestimmten Zeitspanne nicht zusammen, dann bekommen alle, die vorher gezahlt haben, ihr Geld zurück. Und der Macher muss anders sehen, wie er das Spiel finanzieren möchte.
Manchmal gibt es die Spiele nur für die, die vorher gezahlt haben. Dann ist es hinterher schwer da ran zu kommen. Oft übernimmt aber hinterher ein Verlag die zweite Auflage.


rock1.JPG

Der Untertitel lautet:"Der Festival-Manager". Und genau das ist der Inhalt des Spieles. Jeder Teilnehmer veranstaltet über drei Jahre ein Festival, muss Bands und Fans organisieren, schlägt sich mit Randale und Hygienebedingungen herum und versucht am Ende eines Jahres noch Geld übrig zu haben.

Ich habe das Spiel auf einer Messe gesehen und fand die Idee lustig. Die Karten enthalten viele Anspielungen und wer auf Festivals geht kann einiges nachvollziehen.
Mein Entscheidungsgrund war dieses hier. Die Meeple (Spielfiguren) sind extrem rockig:

rock2.JPG

Jeder Spieler bekommt ein Festival zugelost. Die sind leicht anders von ihrem Gelände und haben andere Siegpunkte-Bedingungen. Denn ja, es ist wieder ein Siegpunkte-Spiel. Wer am Ende von drei Jahren (= drei Durchläufe) die meisten hat, gewinnt.

Die Regeln sind mittelmäßig. Nicht ganz viel aber auch nicht wenig. Und eigentlich gut beschrieben aber teilweise etwas kurz, weil es viele kleine Details gibt. Das ist im ersten Spiel etwas schwierig. Aber die Regel selbst sagt, dass man das erste Spiel als Lernspiel sehen sollte. Das meiste in der Regel erschließt sich, wenn man es auf dem Tisch vor sich hat.
Darum haben wir beim ersten Mal für nur ein Jahr schon 90 Minuten gebraucht. Das zweite war dann aber wirklich bedeutend kürzer.

Jedes Jahr/jede Runde besteht aus "Buchung und Aufbau des Festivals" und dem Festival ansich. Dann wird kurz gewertet, die Haare über das wenige Geld gerauft und neu angefangen.

Jeder startet mit ein paar vorgegebenen Geländekarten (das wird in den nächsten Jahren etwas mehr). Dazu kommen einige Stände. Also das, was man auf einem Festival so braucht. Bier und überteuertes Essen. :gg: Man kann welche dazu kaufen. Also zum Beispiel einen Tatooshop, Merchandise, Billig-Pommes... und sinnvolle Dinge wie Security oder Duschen.

Nach der Vorbereitung des Geländes werden die Bands engagiert. Je besser, desto teuer. Und desto mehr Fans/Festivalgäste kommen. Wenn man kein Geld hat, dann kann man immer noch die örtliche Garagenband holen, die zahlt immehin für ihren Auftritt. :;:
Schließlich stellt man der Hygiene wegen ein paar WIXI-Klos auf und fertig ist die Vorbereitung.

Die Bands bringen Fans mit, die Eintrittskarten kaufen. Es gibt vier Genres: Punkrock, Metal, Reggae und Indie. Das ist natürlich von der Band abhängig und man sollte schauen, dass die Siegbedingungen auf der eigenen Karte auch dazu passen. Metalfans fühlen sich auf einem Indie-Konzert nicht immer so wohl.

rock3.JPG

Dann beginnt das Festival über drei Tage.

Alle Fans haben ihre Vorlieben, wo sie zelten oder campen wollen und neben wem. Oder neben wem auf keinen Fall. Man zieht pro "Gruppe Fans" (die Figur) eine Karte. Darauf stehen die Bedingungen der Fans und ein lustiger Fluff-Text. Sehr klischeehaft. Mit coolen Zeichnungen.
Man arrangiert die Fan-Plättchen auf dem Gelände. Wenn die Bedingungen erfüllt sind, dann geht der grüne Daumen auf der Karte hoch. Wenn etwas nicht passt, dann geht der Daumen runter und die Fans sind beleidigt.

Auf dem Mini-Spielbrett vor sich verschiebt man Steinchen als Marker für die Güte des Festivals.
Da gibt es die Stimmung (sind die Leute mit dem Campingplatz glücklich, ist Stimmung an den Ständen...). Schlechte Stimmung bedeutet wenig Siegpunkte am Ende.
Chaos steigt je nach Fanart schnell oder noch schneller. Je mehr Chaos, desto mehr Müll.
Müll drückt dann die letzte Leiste: Die Hygiene. WIXI-Klos helfen da auch nicht ewig. Ist es zu dreckig, reisen die Fans irgendwann ab.

Fans verschieben gelegentlich die Marker. Die einen machen soviel Chaos, das der Wert dafür sofort steigt. Andere erhöhen durch ihre Anreise die Stimmung und manchmal hat auch jemand genau dafür "verbotene Substanzen" dabei. Punker ziehen schon mal ihre Kollegen ohne Eintrittsgeld über den Zaun und die Indie-Fans "Militante Veganer" drücken die Stimmung aller grillenden Nachbarn.

Nach der Anreise versetzt man die Holzfiguren der Fans. Für Stimmung bei der Band vor der Bühne, auf die Müllpfand-Karte zum Dosensammeln oder zum Geldausgeben auf die Stände. Dann werden wieder Marker verschoben, Müll verteilt und der nächste Festivaltag beginnt.

rock4.JPG

Für wen ist das Spiel etwas? Auf jeden Fall für Festival-Fans! Die Klischees und Anspielungen sind wirklich lustig. (Es gibt zum Beispiel noch die optionale Regel, dass man am Ende des Festivals noch horrende Gebühren an die GGAM, die Gemeine Gesellschaft zur Ausbeutung von Musikern, bezahlen muss)
Außerdem sollte man zumindest halbwegs gerne spielen und auch mit ein paar mehr Details klar kommen.Und ganz kurz ist eine Runde nicht.

Das Spiel ist definitiv nicht schlecht aber im Verhältnis zu anderen Spielen auch nicht soooo toll oder vom Mechanismus neuartig. Darum sollte man das Thema schon mögen. Es ist wesentlich netter, wenn man mit Festival-Fans spielt und nicht mit jemanden, der da keinerlei Verhältnis zu hat.
Darum bleibt es noch bei uns im Regal. Obwohl mein Mann damit (weil keine Ahnung von Festivals) nicht so viel anfangen kann. Ich finde schon noch jemanden, mit dem ich es wieder spielen kann. :D:
Zuletzt geändert von MataHari am Fr 20. Jan 2017, 12:29, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Brettspiel: Rock'n'Rodeo

Beitrag von adDraconia » Fr 20. Jan 2017, 12:02

So..auf ein neues.
Eben hats mich geschmissen.

Also, ich finde das Spiel klingt witzig.
Vor allem die WIXI-Klos haben es mir angetan :gacker:

Allerdings bräuchte ich da tatsächlich auch andere Leute zu, denn mit meienr Familie würde das leider nicht hinhauen..schade.
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Re: Brettspiel: Rock'n'Rodeo

Beitrag von keltoi » Sa 21. Jan 2017, 09:32

Ist das Spiel 2-Personen-tauglich?
Ich hab ne Freundin und sie und ihr Mann gehen gerne auf Festivals. Außerdem passt der Humor perfekt...
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Re: Brettspiel: Rock'n'Rodeo

Beitrag von MataHari » Sa 21. Jan 2017, 11:43

Wir haben es noch nicht zu zweit gespielt. Aber es sollte nicht wirklich ein Unterschied sein. Jeder bastelt sich sein eigenes Festival.
Die vorhandene Fananzahl ist von der Spielerzahl abhängig. Da ist also auch wenig anders.

Einzig beim "Ärger"-Aspekt (Es gibt ein paar Karten, die z.B. das WIXI des Gegners umkippen) hat man dann eben nur einen Gegner. Aber ich glaube, hier ist das eher positiv, da hat man mehr davon. Bei drei und vier Spielern gerät das etwas aus dem Blickfeld.

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