Das "Quer-Durch"-Problem

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Das "Quer-Durch"-Problem

Beitrag von Zuse » So 3. Apr 2011, 00:59

Hi ihr Lieben,

bei der Basisanleitung, die ich im Februar vorgestellt hatte, wurde ich ja auf das Quer-Durch-Problem aufmerksam gemacht. Nach ein paar Ideen und noch mehr Versuchen später, hier nun meine Lösung für dieses Problem.
Leider sind wieder ein paar Bilder etwas unscharf bzw. dunkel geworden, aber ich denke/hoffe, wie beim letzten mal, dass man es trotzdem erkennen kann.

Hier nun die Anleitung (zu jedem Schritt gibt es ein Foto):

Folgendes wurde benutzt:
-Biegeband
-Pinzette
-Nagelfeile
-Zange
-sowie die Basismaterialien, die hier nur exemplarisch sind ( Schmelzplatte, Ausstechformen,
Schmelzgranulat )

Bild 1) Man schneidet ein kleines Stück Biegeband ab und formt es mit Hilfe der Pinzette. Es muss nicht, wie im Bild gezeigt, zeltförmig sein. Es könnte auch eine Bogen- oder Tisch-Form haben, aber es ist das Einfachste  :smile: Es sollte nur ein erkennbarer "Tunnel" entstehen.
Bild 2) Dann füllt man das Granulat in die Ausstechform und drückt das Biegeband mit der "Öffnung" nach oben in die Stiftchen. Dabei muss der Rand des Biegebandes mit der Wand des Förmchens abschließen.

Dann das Ganze bei 200 Grad im Backofen schmelzen, bis die Granulatstifte eine homogene Masse ergeben und dann abkühlen lassen ( also wie in der Basisanleitung gehabt :;: )

Bild 3) Nach dem Schmelzen sieht es dann so aus. Man kann jetzt schon erahnen, dass das Biegeband einen kleinen Kanal im Stück freigehalten hat. Da kommt dann später der Draht ( oder was auch immer ) durch.

Jetzt versucht man mit der Pinzette das Biegebandstück aus dem Schmelzstück herauszulösen. Fangt am besten an den Ecken an und zieht es dann vorsichtig vom Rest ab.

Bild 4) Jetzt kommt die Nagelfeile zum Einsatz ( habe übrigens eine eigene Nagelfeile nur für's
Schmelzgranulat ). Da das Biegeband nicht 100%-ig mit der Wand des Förmchens abschließen kann, läuft beim Schmelzen immer ein bisschen Kunststoff dazwischen und verschließt den Kanal. Den muss man dann mit der Nagelfeile wieder frei feilen. ( Ich hoffe, es wird auf dem Foto klar, was gemeint ist. Ansonsten könnte ich versuchen später noch ein Foto zu machen, wo es deutlicher wird ) 

Jetzt ist der erste Teil fertig.

gleich geht's weiter :bump:
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Re: Das "Quer-Durch"-Problem

Beitrag von Zuse » So 3. Apr 2011, 01:02

Nun schmelzt man im gleichen Förmchen den eigentlichen Schmuck.

Bild 5) Dann hat man nun zwei Teile: einen Unterteil der den Kanal beinhaltet und die
Schmuck(Ober)seite, die hier jetzt die blaue Scheibe ist ( die durchaus auch dünner ausfallen kann :rolleyes: )

Nun legt man die Unterseite mit der Öffnung noch oben wieder in den Backofen und schmelzt es bei 150 Grad nach ( kennt ihr ja auch schon ). Wenn die Ränder so gut wie abgeschmolzen und plan sind, legt man mit der Zange ( damit die Finger nicht leiden :;: ) das Oberteil bündig auf das Unterteil und schaltet den Backofen aus. Abkühlen lassen ( ggf. nach 10 min die Backofentür einen kleinen Spalt öffnen, damit bei gaaanz dünnen Oberseiten nicht der Effekt auftritt, dass es sich in den Kanal absenkt ).

Bild 6) Und so sieht die ganze Geschichte dann aus ( mit Fokus auf den Kanal ).
Bild 7) Und so sieht es aus, wenn man einen Nylonfaden durchgefädelt hat. Fertig.

Nun gibt es aber auch den Fall, dass das Förmchen so klein ist, dass man das Biegeband nicht von oben ins Granulat drücken kann. Und was man dann macht, kommt gleich :bump: 
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Re: Das "Quer-Durch"-Problem

Beitrag von Zuse » So 3. Apr 2011, 01:06

In diesem Beispiel mache ich zwei "Einkerbungen" ( muss man aber natürlich nicht )  :;:

Bild 8 ) Biegeband zurechtschneiden und wie oben formen. Dann das Biegeband mit der Öffnung nach unten auf das Schmelzblech legen, Förmchen dahinter stellen, so wie der Kanal im Stück dann liegen soll. Nun Stiftchen hinlegen bis da, wo beim Förmchen der Rand wäre und das Förmchen drüberstülpen. Dann vorsichtig ( damit sich das Biegeband nicht verschiebt ) mit Granulat auffüllen. Das Biegeband darf man dann nicht mehr sehen ( oder erahnen ) können.

Dann wie gehabt bei 200 Grad schmelzen.  

Bild 9) Nun muss man wieder das Biegeband entfernen. Falls relativ viel Kunststoff zwischengelaufen ist und/oder alle Ecken bedeckt sind, das Biegeband mit der Nagelfeile frei feilen und dann abziehen.

Dann den Kanal wieder frei feilen.

Bild 10) Da beim Schmelzen auf der nach oben gerichteten Seite immer ein Rand entsteht, muss man diesen erst "Abschmelzen". Das bedeutet bei dieser Variante, dass man das Unterteil mit der Öffnung nach unten Nachschmelzen muss. Es bleibt dann bei 150 Grad solange im Backofen, bis der Rand so gut wie abgeschmolzen und plan ist. Dann abkühlen lassen.

Um das Oberteil mit dem Unterteil zu verbinden, muss es dann nochmal zum Nachschmelzen. Dabei kann das Oberteil jetzt aber schon von Anfang an auf dem Unterteil liegen. Das Ganze bleibt dann solange drin, bis sich die Teile verbunden haben ( wenn man sich nicht sicher ist, einfach mit einem Gegenstand vorsichtig gegen das Oberteil drücken ).

Fertig. :D:

Ich hoffe, es war verständlich und aufschlußreich.
Fragen sind wie immer willkommen.

Gruß
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Re: Das "Quer-Durch"-Problem

Beitrag von Kriss2167 » So 3. Apr 2011, 12:01

Das ist echt ein guter Ansatz!

Finde ich lieb von Dir, daß Du da nachgeforscht und getestet hast!!  :liep: :liep:

Chris
"Einen Tag voller Groll kann man nie wieder gut machen" Zitat von Tumana
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Re: Das "Quer-Durch"-Problem

Beitrag von Zuse » So 3. Apr 2011, 19:07

[quote="Kriss2167"]
Finde ich lieb von Dir, daß Du da nachgeforscht und getestet hast!!  :liep: :liep:
[/quote]

Mach ich doch gerne  :D:

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Re: Das "Quer-Durch"-Problem

Beitrag von Zuse » Sa 23. Apr 2011, 20:05

Hallo ihr,

habe noch weiter am dem "Quer-Durch-Problem" gearbeitet und jetzt noch einen kleinen Nachtrag, der es einfacher macht.

Bild 1) Das Unterteil wird bei dieser Variante ohne einen Biegbandeinschluß geschmolzen. Stattdessen wird das Unterteil nach dem Schmelzen auf ein dünnes Stück Silikon-Backfolie gelegt und nachgeschmolzen.
Bild 2) Nach dem Nachschmelzen wird das Unterteil ( mit dem Silikon ) um 180 Grad umgedreht (auf den Rücken gelegt ) und das Oberteil drauf gesetzt. Dann wird nochmal nachgeschmolzen. Dann einfach das Silikon rausziehen und fertig.

Bild 3) und 4) Übrigens, könnte man auch nur eine Art Lasche auf die Rückseite des Werkstückes schmelzen. Dann wäre das Unterteil gerade so groß, dass es den Kanal für den Faden ergibt. Gleiche Vorgehensweise, wie bei Bild 1) und 2) beschrieben. Und wenn man die Lasche auch richtig herum anschmelzt :rolleyes: , kann man es dann auch auf eine Kette fädeln. 

Gruß
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