Pen & Paper - Rollenspiele

Pen-and-Paper Systeme, Tipps und Durchführung
keltoi
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Re: Pen & Paper - Rollenspiele

Beitrag von keltoi »

Huhu Nin,

was Du auf jeden Fall brauchst, sind - je nach System - "Würfel" mit unterschiedlich vielen Flächen. Bei Midgard brauchst Du  z.B. neben den normalen 6-seitigen Würfeln (Im Rollenspielerjargon als W6 bezeichnet: "W" steht für Würfel, die Zahl für die Anzahl der Flächen. Manchmal ist auch von D6 die Rede, das ist überwiegend verbreitet in Rollenspielen, die aus dem englischsprachigen Raum übersetzt wurden, hier steht das D für Dice ) auch einen D20, manchmal einen D4 und einen sogenannten "Prozenter" der aus zwei D10 besteht, von denen einder die Zehnerstelle und der andere die Einerstelle symbolisiert. Das geht entweder durch zwei verschiedene Farben, von denen eine vorher als "hoch" festgelegt wird oder auf einem D10 steht jeweils 10, 20, ... , 00. Dabei ist 00 - 1 dann die 1 20 - 2 wäre 22 und 00 - 0 eine 100.
Diese Würfel kosten aber gar nicht so viel und in einschlägigen Rollenspiel- oder Spielzeugläden gibt es manchmal Sets für ein paar Euro.

Dann braucht man natürlich das Regelwerk. Hier solltet Ihr Euch vorher entscheiden, in welcher Art von Welt Ihr gern spielen möchtet. Möchtet Ihr in einer Welt mit Magie oder ohne spielen? Soll das Spiel in der Vergangenheit, der Gegenwart, der Zukunft oder z.B. einer hochtechnisierten Fantasy-Welt spielen? Wenn Du auf Dark Future stehst und es möglichst "realistisch" haben willst, nimmst Du Cyberpunk. Möchtest Du Dark Future haben, aber eine Rasse wie Zwergen, Elfen, ... u.s.w. spielen, dann entscheidest Du Dich vielleicht eher für Shadowrun. Möchtest Du ein System, das sehr viele verschiedene Spielwelten, eine riesige Götter- und Rassenvielfalt, ein ausgeprägtes Magie- und Kampfsystem bietet, dann solltest Du Dich für D&D (Dungeons & Dragons) oder AD&D (Advanced Dungeons&Dragons) entscheiden.

Wenn Du flexibel sein möchtest und genug Ideen für nicht nur eine Story sondern auch eine Welt hast, dann kann ich Dir allerdings besonders für den Einstieg GURPS (Generic Universal Role Playing System) besonders ans Herz legen, denn es ist vom Regelwerk her relativ unkompliziert, leicht zu erlernen, es gibt Anpassungstabellen für verschiedene Tech-Level, eine große Liste an Eigenschaften u.s.w.
Wenn die ganze Truppe komplett neu einsteigen will, bleibt Euch der Kauf eines Regelwerks wohl nicht erspart. Ich kann Dir aber anbieten, dass ich Dir mein Regelwerk zeitweilig ausborge, weil ich in der nächsten Zeit eh nicht vorhabe, GURPS zu spielen. Das ist, so denke ich, tatsächlich das einfachste Spiel zum Einsteigen...

Das Problem bei all diesen Spielen ist aber, dass der Spielleiter sich in dem Regelwerk möglichst gut auskennen sollte. Er sollte, wenn er seine Spieler z.B. mit einem Monster konfrontiert, darauf achten, dass die Spieler eine reele Chance haben, zu entkommen oder es zu besiegen. Es sollte nicht so stark sein, dass es mit einem Schlag alle Spieler tötet... Natürlich sollte es auch nicht zu schwach sein, aber lieber am Anfang langweilig leichte Gegner als einen, der alle killt! Dann solltest Du Dir noch überlegen, für welche Ideen Du Erfahrungspunkte vergibst. Diese Punkte ermöglichen es den Charakteren, sich zu verbessern. Du kannst Dir Rätsel überlegen und für wichtige Hinweise, die zum Lösen des Rätsels führen, einen Punkt und für das Lösen selbst 5 Punkte geben u.s.w. Du "benotest" aber auch Dinge wie: Mitarbeit, Ausspielen des Charakters (gibst Strafpunkte, wenn sich jemand nicht rollengerecht verhält oder Pluspunkte, wenn jemand durch das rollengerechte Spiel im Spiel einen Nachteil hatte aber eben seinen Charakter glaubwürdig ausgespielt hat u.s.w.), gute Ideen, getötete Monster, angewendete Magie, ... Da kann man - besonders als Anfänger - auch mal schnell den Überblick verlieren...

Ich will Dir Dein Vorhaben echt nicht vermiesen oder madig reden. Ich denk nur daran zurück, wie es war, als ich das erste mal selbst geleitet habe... Ich hatte vorher etwa 150 Spielstunden Erfahrung als Spieler und hab mir an der Gruppe fast die Zähne ausgebissen... Aber wenn Ihr am Anfang nicht zu viel erwartet und eben ALLE unerfahren sind, dann kann es schon klappen, denke ich. Man wächst ja auch rein und ist vielleicht auch gegenseitig etwas toleranter.

Du kannst mir ja mal schreiben, ob Du mit irgendwas, was ich hier gesagt habe, was anfangen kannst und vor allem, in welche Richtung sich das Spiel bewegen soll. Dann schau ich, wie gesagt, mal nach informativen Links, ok?

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Re: Pen & Paper - Rollenspiele

Beitrag von Anguri »

Wow,
ich habe in einer Spielrunde als Teilnehmer, die unter GURPS lief, überhaupt mit P&P angefangen und echt nicht schlecht geguckt, was man alles lernen muß... zum Glück war unser Spielleiter sehr erfahren und hatte eine Spielrunde zusammengestellt, in der auch Newbis mal Chancen bekamen und es lief auch nur eine überschaubare Zeit (so etwa 3/4 Jahr) -

Zugegebenermaßen ganz wirklich war das aber nix für mich... ich steh aber immer noch mit den Leuten in Verbindung und spiele gerne bei unseren traditionellen Grill-Cons einen One-Shot mit.
Kennt Ihr eigentlich dies Roleplay Forum...?
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Re: Pen & Paper - Rollenspiele

Beitrag von keltoi »

Huhu,

nee das Forum kannte ich nicht.
Was genau war nix für Dich? Pen&Paper allgemein oder das System?

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Re: Pen & Paper - Rollenspiele

Beitrag von Anguri »

Vielleicht habe ich "DIE Gruppe" nicht gefunden, der Spielleiter ist zwar sehr erfahren, mitunter aber auch schonungslos langatmig... der hat Energie... und ich konnte nicht jedesmal das ganze Wochenende "plätten", indem ich bis zu 14 Stunden (nachts) am Stück spiele... das war einfach zu viel für meine Kondition... ich meine, man darf auch "Cliffhanger" beherrschen, um mal entsprechend der wimmernden Gruppe einen Cut zu setzen und das Spiel das nächste Mal wieder fortzusetzen... ich muß aber sage, der hat sich für jedes Abenteuer auch wirklich viel vorgenommen und war sonst echt klasse.

Also, ich könnte mir schon vorstellen, mit einem ähnlich schnell erfassbaren Spielsystem nochmal einen Anlauf zu starten, aber ich glaube schon, daß ich nicht so ganz der Typ bin (Ich bastele lieber Welten und Charaktere, Hintergründe und Mythen zu Welten... als selbst zu spielen)
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Re: Pen & Paper - Rollenspiele

Beitrag von keltoi »

Anguri, damit qualifizierst Du Dich in meinen Augen zum perfekten Spielleiter!!!

Ich finde nichts schlimmer, als wenn irgendwer eines dieser gekauften Abenteuer mastert und dann Buchstabengetreu das Teil von Anfang bis Ende durchzieht.

Solche Mammut-Cons mach ich auch nicht mehr mit, dafür bin ich wohl mittlerweile auch zu alt. Aber mal alle 3-4 Wochen mal einen Tag von mittags bis abends 22-23:00 Uhr zu spielen ist OK für mich Das sind dann etwa 8 Stunden von denen vielleicht 6 Stunden lang konzentriert gespielt wird...

SO, nun zum Spielabend gestern: Unser Mitspieler hat uns versetzt... Als wir dann das Radio angemacht haben, war uns klar warum: Es war Sicherheitskonferenz in München und der wollte wohl lieber demonstrieren gehen... Leider hielt er es nicht für nötig, abzusagen, aber wir haben dann halt zu dritt (ein SL + zwei Spieler) gespielt... Es ist viel passiert... Mal sehen, ob Valentina ihr Tagebuch heute noch fortsetzt...

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